Meine lieben Blog-Freunde,
ich freue mich endlich mal wieder etwas schreiben zu können! Wird vielleicht nicht extremst spannend, weil wir in letzter Zeit nicht allzu viel erlebt haben (total langweilig in Peking;-), aber ich habe einfach mal wieder das Bedürfnis mir Einiges von der Seele zu schreiben.
Ich darf als erstes verkünden: Der Sommer ist wieder eingekehrt in Beijing und mit ihm ein wenig Urlaubsfeeling, viel bessere Laune und eine grüne Oase, wie ich Sie mir vor Kurzem noch nicht hätte vorstellen können. Man vergisst so schnell so vieles in einem langen Winter!
Und wieder denke ich mir, dass gutes, warmes Wetter so viel mehr Lebensqualität mit sich bringt…wenn da der Smog nicht wäre! Dieser war zum Glück schon lange nicht mehr wirklich schlimm, obwohl es natürlich trotzdem nicht ganz so schön ist, wenn es so neblig draußen ist, aber dafür warm!
Mit dem Sommer kommen nun auch die vielen Abschiede und Feste, die man „feiert“. Rund 25% der Schüler verlassen jeden Sommer die Deutsche Schule. In Linus seiner Klasse gehen schon allein 4 Kinder. Das ist natürlich nicht ganz leicht für die Kinder und sicherlich auch für die Lehrer. Der Terminkalender für die letzten Wochen füllt sich und man muss sich dadurch um einiges kümmern, so dass ich froh bin wieder etwas mehr Zeit zu haben. Diese habe ich zum Beispiel auch genutzt, um bei der Projektwoche der Schule mitzumachen. Eine super Sache, finde ich! Und für die Kinder eine kurze Möglichkeit vor dem Finale noch einmal durchschnaufen zu können. Schade ist, dass dieses Jahr bei uns in der Familie alle unterschiedlich frei haben. Linus und Gwen nach deutschem System und Mieke und Lars nach Chinesischem. Da kann man nicht viel planen.
Zur Projektwoche: da gab es alle möglichen Projekte natürlich immer mit China-Bezug. Die jüngeren Schüler konnten vier Tage lang chinesische Musik machen, Basketball spielen, Scherenschnitte, Judo, über das Jahr des Affen lernen, Ostasienspiele durchführen usw. Linus kam in das Projekt Drachen und hatte viel Spaß einen Drachen selber zu basteln, zum großen Drachenmakt in Peking zu fahren und natürlich im Park verschiedene Drachen auszuprobieren. Drachen steigen lassen ist ja hier ein Volkssport und es gibt Techniken und ewig lange Schnuren, die mehrere hundert Meter in den Himmel ragen. Da Gwen’s Kindergarten in genau der Woche aufgrund einiger schlimmer Fälle der Hand-Mund-Fuß Krankheit wegen Desinfektion schließen musste, durfte/musste sie mit mir mit. Wir waren mit den Ostasienspielen (eine Art olympischer Wettbewerb zwischen verschiedenen ostasiatischen Auslandsschulen) im Chaoyangpark und mit dem Lotusprojekt im Lamatempel (Lotus ist ja hier eine ganz wichtige Pflanze, mit der gekocht wird, die aber auch heilig ist und so bringen viele gläubige Chinesen künstliche Lotuspflanzen als Geschenk mit in den Tempel). Es war wirklich schön zu sehen, wie die Kinder sich mit Ihrem Projekt identifizierten und mit wieviel Energie und Freude sie die Projekte bestritten. Am Freitag konnten sich dann auch die Eltern die Ergebnisse der Projekte anschauen. Ein beeindruckendes Projekt der Größeren war der Bau von Bambusfahrrädern in einem Hutong. Ein nicht ganz günstiger Spaß, aber die Ergebnisse einfach toll!
Ansonsten haben wir in den letzten zwei Wochenenden mal wieder etwas mehr die Stadt erkundet und wurden nicht enttäuscht. Zum einen waren wir in der Wangfujing Straße. Eigentlich eine große unspektakuläre Shoppingstraße, die aber in einer recht engen „Fressgasse“ endet, in der man doch tatsächlich alle möglichen, auch lebenden Tiere am Spieß oder in Plastikschüsseln zu essen bekommt. Ich darf es vorweg nehmen: selbst Lars hegte beim Anblick von Seepferdchen am Spieß oder braungebrannten Küken keine Ambitionen, sich diese „Köstlichkeiten“ zu verinnerlichen! Linus genehmigte sich wieder einen Spieß mit Zuckerglasur überzogenen Cocktailtomaten! Das reicht uns an Exotik!
Ein weiterer Ausflug brachte uns in die Hutongs und den Houhai See auf dem wir im Winter Schlittschuh laufen waren. Nun fahren da wieder die Entenboote. Rund um den See gibt es Bars und Restaurants ohne Ende, kleine Hutong-Gassen mit interessanten Läden. Wunderschön! Aber was wäre Peking ohne hupende Protzkarren, die sich durch die Menschenmassen drängeln müssen, ganz zu schweigen von den vielen Lieferantenfahrzeugen und Elektroscootern. Die Chinesen hassen einfach Ruhe und Entspannung, so komisch es klingt, wenn ich sie im Park ihr Taichi praktizieren sehe. Trotzdem war es einer der schönsten Abende seit langem, an denen alle in der Familie auf Ihre Kosten gekommen sind. In jeder Bar gab es Live-Musik. Interessant fand ich dabei, dass die Chinesen sich in dieser Hinsicht treu bleiben und man fast ausschließlich chinesische Musik hörte. Diesen Ausflug werden wir auf jeden Fall wiederholen!!!
Ansonsten steht nun schon bald der Sommerurlaub an! Irgendwie müssen wir ja 8 Wochen Ferien herum kriegen und da wir letztes Jahr hier verbracht haben, gönnen wir uns dieses Jahr eine kleine Rundreise durch China (ich werde berichten!!!) und anschließend ganze vier Woche im Luftkurort!!!!! Wir freuen uns schon sehr, denn danach heißt es wieder Luft anhalten und ab in den nächsten Abschnitt unseres China-Aufenthaltes!
Und da fällt mir ein…irgendwie habe ich den Jubiläumsblog verpasst zu schreiben! Natürlich können wir alle nach einem Jahr sagen, es gibt definitiv viel Positives , aber eben auch mindestens so viel Negatives! Meine Angst draußen im Verkehr wird nicht weniger und ich bange immer um alle! Andererseits passt man sich auch an und Linus macht das auch super mit dem Rad zur Schule zu fahren! Schimpfen tut er dann allerdings auch schon wie ein Großer! Die Stadt und die Menschen sind halt ein bissl verrückt und unberechenbar, aber eben auch lustig! Wir paar deutschen Hanseln werden sie nicht ändern können! Wir können nur lernen damit umzugehen und zu hoffen, dass alles gut geht!!!! Ich glaube das schreibe ich in fast jedem Blog, aber so ist es!
Über ein Jahr in Peking! Wer hätte das gedacht! Aber die Zeit vergeht auch so schnell, unglaublich!
PS: Wir senden die allerbesten Grüße zu unserer Zelttruppe! Die Sonne soll scheinen für Euch! Wir vermissen Euch und freuen uns auf Bilder und Geschichten!!!!!
Mich interessiert mal, wie das Sportgerät beschaffen ist, mit dem die jungen Männer auf der Strasse spielen. Macht mir den Eindruck wie ein Federball. Es gab so was ähnliches bei uns, das aber mit der Hand gespielt wurde. War wie ein Gummiball mit Plastefedern dran.
Alles Gute für Euch und liebe Grüße!
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Hallo Uschi, das Sportgerät (von dem ich ehrlich gesagt auch nicht den Namen kenne), sieht tatsächlich aus wie ein großer Federball. Es ist nur schwerer, weil unter dem Gummiteil in das die Federn hineingesteckt sind, befinden sich noch mehrere Schichten aus runden Metallblättchen. Hier wird es ausschließlich mit den Füßen gespielt. Ob Frau,ob Mann, vor allem die ältere Generationen spielt dieses Spiel äußerst professionell und das ist gar nicht so einfach. Vielleicht können wir mal eine Nahaufnahme veröffentlichen. Viele Grüße
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