Neues aus „smoggy“ Beijing

Liebe Bekannte, Verwandte, Freunde und Interessierte,

ein Weilchen ist`s her, aber wie das so ist als Hausfrau und Mutter, man ist immer busy;-)! Hier was organisieren, da etwas einkaufen, die Kinder von hier nach dort kutschieren…apropos, unsere Kutsche gibt schon langsam den Geist auf;-(! Ich frag mich immer, wann sie einfach mal so in tausend Teile zerfällt. Obwohl ich dachte, dass ich das nie tun werde, so muss Linus wegen akuter Bruchgefahr, nun doch mit dem Fahrrad neben mir zur Schule radeln. Ja, ja, meine Kinder haben es schon nicht leicht;-)

Auf jeden Fall hört man schon aus meiner Überschrift, dass es derzeit leider nicht so prall ist mit der Luft in Peking. Klar, es herrschen noch angenehme Temperaturen bis zu 20°C und wenn man sie sehen würde dann scheint auch meist die Sonne. Aber seit Oktober haben wir schon einige extrem trübe Tage gehabt. Selbst ich greife nun ab und an zur Maske, vor allem bei sportlicher Betätigung. Neben den Luftwerten, gibt es eine weitere Statistik die für mich hier extrem an Bedeutung gewonnen hat, der Wind. Ich befrage an solchen Tagen ständig mein Telefon, wann der Wind endlich aus Norden kommt und alles wegbläst (die Kraftwerke stehen nämlich im Süden und wenn der Wind von da kommt bläst er uns den ganzen Dreck um die Ohren, bzw. wenn kein Wind ist, dann steckt die Luft in der Stadt fest!)

Bevor der Oktober allerdings angefangen hat, gab es ja auch noch einen recht schönen September mit den Herbstferien und einigen Ausflügen. Die „Golden Week“ ist ja hier in China eine Feierwoche, in der zum einen das Mondfest gefeiert wird, in der aber auch viele Chinesen die Stadt verlassen um zum Beispiel ihre Familien zu besuchen. Und so rieten uns die meisten davon ab wegzufahren, sondern lieber ein ruhiges Beijing zu genießen. Dies haben wir auch gern getan und es war wirklich so: innerhalb der Stadt war alles sehr angenehm, aber sobald man herausfuhr standen wir in ewig andauernden Staus.

Begonnen hatten wir die Ferienwoche mit einem richtig schönen Ausflug zu einem Abenteuerspielplatz. Wer hätte gedacht, dass es hier so etwas gibt! Ein riesiges Areal zum Spielen, Toben, Ausprobieren und natürlich zum Geld loswerden. Besonders hat mich dort gefreut zu sehen, dass es auch mal Möglichkeiten für Kinder zum Spielen gab, die nicht aus Fahrgeschäften oder Hüpfburgen bestanden, sondern sogar Holzklettergeräte, Natur und ein paar Tiere. Wobei die Tiere mit Vorsicht zu genießen waren. Bei dem ein oder anderen Meerschweinchen mussten wir feststellen, dass es keinen Mittagsschlaf hielt…;-(

Ein weiteres Highlight war auf jeden Fall das große Aquarium in Beijing. Obwohl hier fast der Weg dorthin spannender war, als das Aquarium. Ich frage mich jedes Mal aufs neue, ob es an meiner Unfähigkeit liegt eine Karte zu lesen (kann eigentlich nicht sein;-) oder ob es der Mangel an Chinesischkenntnissen ist, der einem die Möglichkeit Beschilderungen zu folgen verwehrt!!! Auf jeden Fall irrten wir mehr als zwei Stunden umher, wobei wir vorher ja auch schon eine Weile mit Fahrrad und U-Bahn hinter uns hatten. Glücklicherweise war es ein grüner Weg am Wasser entlang und als wir schon aufgegeben hatten (zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie wir wieder zur U-Bahn kommen sollten) stand plötzlich ein großes eindeutiges Schild mit dem Wort „Aquarium“ vor uns. So hatten wir dann doch wieder Glück im Unglück und betraten ein vergleichsweise leeres, aber absolut sehenswertes Aquarium. Vor allem Mieke war sichtlich begeistert, wenn ein Fisch ganz nah an ihr vorbei schwamm.

Ein Punkt meiner „to see“ Liste, brachte uns zum Lake Yanqi, einem äußerst idyllischen See eingebettet in Berge, der in mir gleich „Heimatgefühle“ aufkommen ließ! Im November 2014 fand hier ein für China sehr wichtiges Event statt, die APEC (Asian Pacific Economic Cooperation) Konferenz. Der amerikanische Präsident Barack Obama besuchte hierfür China um mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über Klima und Umwelt und sicherlich auch anderes zu sprechen. Dafür ist dieser Ort natürlich wirklich perfekt. Aus meinen Träumen wurde ich leider doch schnell gerissen, als wir kurz anhalten wollten um auf die Karte zu schauen und gleich von einem Sicherheitsbeamten weiter gewunken wurden. Dies ging so lange bis wir an einen riesigen überfüllten Parkplatz kamen dem sich ein Park anschloss. Und wieder musste ich mich damit anfreunden, womit ich mich nie wirklich anfreunden werde können, einem künstlich angelegten Park, sehr schön und gepflegt natürlich, aber auch überfüllt und vollgestopft mit Fahrgeschäften und anderem Bezahlspaß. Etwas angenagt, kam glücklicherweise ein Anruf von dem Eltern von Linus seiner Spielfreundin, die gerade in der Nähe waren, uns aus diesem Park erlösten und entlang einer Spazierstraße zum See lotsten sowie zu diesem fantastischen Bauwerk direkt am Wasser, dem “ Sunrise Kempinski“! Dieser dann sehr entspannte Ausflug endete sogar noch mit einem leckeren Restaurantbesuch, was ja auch nicht immer ein Leichtes hier in China ist, vor allem nicht wenn man irgendwo unterwegs ist und sich nicht auskennt.

Leider wurde die Luft nach diesem Ausflug mit jedem Tag schlechter und so mussten wir den Besuch eines sehr schönen Parks neben der Verbotenen Stadt, dem Beihai Park, noch um eine Woche verschieben. Neben einem Teich und den üblichen Booten gibt es in diesem Park einen weißen Tempel und einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt. Auch der Besuch dieses Parks hat sich wieder einmal gelohnt und wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

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